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Raum halten, wenn vieles wankt

  • Gabriela
  • 25. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Über Müdigkeit, innere Stabilität und den Mut zur Langsamkeit.


Ruhige Szene mit warmem Licht, Tasse und Kerze als Symbol für Innehalten und innere Ruhe
Ein Moment zum Innehalten

Viele Menschen sind müde. Nicht nur körperlich, sondern auf einer tieferen Ebene. Müde vom ständigen Wahrnehmen, vom Mitfühlen, vom Versuch, in einer Welt voller Veränderungen und Unsicherheiten stabil zu bleiben. Zu viele Eindrücke prasseln täglich auf uns ein. Nachrichten, Erwartungen, Sorgen, Tempo. Oft bleibt kaum Raum, um all das wirklich zu verarbeiten.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, innerlich voll zu sein und trotzdem leer. Als würdest du funktionieren, aber nicht mehr richtig ankommen. In solchen Momenten ist Erschöpfung keine Schwäche. Sie ist ein ehrliches Zeichen dafür, dass dein System viel getragen hat.


In herausfordernden Zeiten entsteht oft der Wunsch nach schnellen Antworten. Nach Lösungen, nach positiven Gedanken, nach einem Lichtblick, der alles wieder leichter macht. Doch nicht alles lässt sich sofort verstehen oder auflösen. Und nicht jede Phase braucht Aktion.


Manchmal braucht es zuerst etwas anderes.


Raum.


Raum, um still zu werden.

Raum, um wahrzunehmen, was wirklich da ist.

Raum, um wieder bei sich selbst anzukommen.


Ich schreibe und arbeite nicht, um schnelle Lösungen zu geben oder Versprechen zu machen. Ich halte Raum. Für das, was gerade ist. Für Müdigkeit, für Zweifel, für Unsicherheit, aber auch für leise Hoffnung. Worte dürfen bei mir langsam sein. Sie müssen nichts beschönigen und nichts erklären, was noch nicht reif ist.


Mein Stil verändert sich immer wieder. Mal ist er klar und direkt, mal weich und ruhig, manchmal fast still. Das ist kein Konzept, sondern eine innere Bewegung. Ich orientiere mich nicht daran, wie Texte klingen sollten, sondern daran, was gerade spürbar ist. Für mich geht Wahrheit immer vor Wirkung.


Diese Haltung begleitet mich nicht nur beim Schreiben, sondern auch beim Kartenlegen und in der Begleitung von Menschen. Ich folge dabei einem inneren Kompass.


Zuerst benennen, was ist.

Nichts beschleunigen, was Ruhe braucht.

Hoffnung nicht erzwingen, sondern entstehen lassen.

Auf Augenhöhe bleiben.

Dem Menschen Raum geben, statt ihn führen zu wollen.


Oft liegt in diesem Raum bereits viel Heilung. Wenn etwas gesehen werden darf, ohne bewertet zu werden. Wenn Gefühle da sein dürfen, ohne weggedrückt zu werden. Wenn man nicht funktionieren muss.


Vielleicht bist du gerade hier, weil dich diese Zeit müde gemacht hat. Vielleicht fühlst du dich erschöpft, überfordert oder suchst nach innerer Stabilität. Vielleicht brauchst du keine Antwort, sondern einfach einen Moment zum Durchatmen.


Dann darfst du hier bleiben.


Ohne Erwartung.

Ohne Ziel.

Einfach so.


Manchmal reicht es, wenn Worte für einen kurzen Moment Halt geben. Wenn sie daran erinnern, dass du nicht falsch bist mit dem, was du fühlst. Dass Langsamkeit erlaubt ist. Dass Stabilität nicht immer im Aussen gefunden werden muss, sondern oft in dir selbst beginnt.


Alles darf Schritt für Schritt entstehen.

 
 
 

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